GOLD

ARARAT

komm März 2007

Mittlerweile hat jeder mitbekommen, dass deutsche Texte bei Rockbands seit knapp fünf Jahren in sind. Beispiele bruache ich nicht nennen, kennt jeder. Da ist's schon komisch, dass ARARAT bereits seit zehn Jahren genau das verkörpert: Radiotauglichen Poprock, deutsche Lyrics, weibliche Stimme. Und so kommt es, dass man ARARAT nun automatisch vergleichen will: Tanzbare Ohrwürmer a la Juli, poetische und gleichzeitig verständliche Texte wie Silbermond und eine Stimme, die an Rosenstolz erinnert. Soweit der oberflächliche Vergleich. Was macht denn ARARAT nun so speziell? Hier sind vor allem zwei Punkte  zu nennen. Zum einen Bias Songtexte, die auf treffende, sensible und auch mal konträre Weise das ansprechen, was junge Leute in ihrem Glauben erleben: Stillstand, Enttäuschungen, Neustarts, Zweifel, Geborgenheit, Verzweiflung, Sehnsucht. Zum anderen sind da Melodien und Arrangements, die Spaß machen, die mal locker und mal nachdenklich sind und die die ARARAT- Konzerte so berühmt machen, weil sie einfach zum Tanzen verleiten. Nachdem das Vorgängeralbum sehr ruhig gehalten war, freut man sich umso mehr über die neuen Lieder. All das macht ARARAT so typisch, so ungemein sympathisch und trotz derzeitigen Trends so einzigartig.

Teensmag März/April 2007

Seit zehn Jahren rocken die fünf Schwaben schon in ihrer jetzigen Besetzung. Nachdem es gut drei Jahre still um sie war, kommt das neue Album GOLD mit bunter Lebensfreude daher und klingt frischer als der Vorgänger "Bei dir". Die nachdenklichen, eher melancholischen Töne des letzten Albums sind in den Hintergrund getreten. Jetzt überwiegen Texte, in denen es um die Entschlossenheit geht, das Leben anzupacken. Trotzdem schallt gleich der altbekannte ARARAT-Sound aus den Boxen. Songs wie "Ich bin ein Sieger" und "Tanzen" motivieren, sich nicht unterkriegen zu lassen und zu sich zu stehen. Die deutschsprachigen Texte und Bia Poppkes Stimme fügen sich perfekt ins Bild der angesagten deutschen Popmusik momentan. Die Platte steckt mit Ohrwürmern und guter Laune an.

dran 02/07 Februar 2007

Nach dreijährigem Warten wird die Fangemeinde von ARARAT mit einem neuen Album bedient. Freuen können sich aber auch andere über albekannte Merkmale dieses Band-Urgesteins: Eingängige Refrains, deutsche Texte, die einladen mitzusingen und man selbst zu sein , sovie verträumte, ehrliche, ermutigende und persönliche Gedanken. (...)

www.sound7.de Februar 2007

Ob die Bandmitglieder von ARARAT wissen, dass ARARAT ein kleiner Ort in Australien ist, in dessen Nähe GOLD gefunden werden kann, ist nicht bekannt. Eines ist jedoch so felsenfest sicher wie der Berg, nach dem sich ARARAT einst vor vielen Jahren benannten: Wer dieser Tage bei ARARAT sucht, wird GOLD finden, das neue Album der fünf Schwaben um Bia Poppke. Um herauszufinden, was sich hinter der Verpackung GOLD befindet, packen wir also das neue Album genüßlich aus, so wie James Bond sein Ferrero Rocher im zugehörigen Werbespot. Und der Vergleich mit dem Rocher dürfte nicht zu weit hergeholt sein. Schon beim ersten Hören wird klar, dass es sich bei der Scheibe um eine unglaublich runde Sache mit äußerst leckerem Inhalt handelt. Der Einstieg ins neue Album lässt alle Zweifel an ARARATs aktuell ungebremster Spielfreude verstummen. "Das ist noch lange nicht das Ende es fängt gerade eben an" ist eine schöne Uptemponummer mit einem frischen, positiven Text, der - wie übrigens das gesamte Album - nur eine Blickrichtung kennt: Nach vorne. Wir folgen dieser Aussage und hören uns den zweiten Titel des Albums - "tanzen" - an. Wem "bei dir", der Vorgänger von GOLD vertraut ist, stellt fest, dass nahezu alle Eigenschaften, die ARARAT über die Jahre einzigartig gemacht haben, wieder mit von der Partie sind. "Tanzen" heißt nicht nur "Tanzen", "Tanzen" ist "Tanzen". Der Track groovt nach vorne und verlässt im Refrain sogar den Pop in Richtung Deutschrock. Wieder einmal ist es ARARAT gelungen, Text und Musik perfekt zu kombinieren. Schnörkellos und direkt. Inhaltlich geht es in GOLD um weltnahe, alltägliche Themen. Texte über Aufbruch, Sehnsucht und gute Freundschaften dürften nicht nur fromme Brüder bestätigen, sondern auch Nichtchristen zum Nachdenken anregen. Schade ist allerdings, dass an der ein oder anderen Stelle der Sprung auf die neuste Aktualität des jugendlichen Sprachgebrauchs nicht geschafft wurde und für die junge Generation die ein oder andere Phrase etwas antiquarisch wirken dürfte. Dieses kleine Manko kann in der Musik der 11 Stücke rein überhaupt nicht gefunden werden. Die Sounds sind auf Höhe der Zeit, ohne kitschig zu werden. Die Gitarren sind deutlich fetter und rauher, die Schlagzeug-Bass-Arrangements sehr viel abwechslungsreicher als bisher und Sängerin Bia Poppke schafft den gesanglichen Spagat zwischen Superenergie a la 1000 Watt Halogenfluter und Timbre a la Candle-Light-Dinner. Ganz egal, welchen Style der Song auch hat: Bia trifft ihn zu 100 Prozent. Ähnlich verhält es sich mit dem Engineering der Platte. Der Klang ist ausgewogen und klar. Tobias Kurrle und Daniel Konold haben ganze Arbeit geleistet. Auch wenn musikalisch der Vergleich nicht angebracht ist, aber mit aktuellen Produktionen auf dem deutschen, wie beispielsweise Juli oder auch Silbermond kann diese Qualität ohne Abstriche mithalten. Alles in allem ist GOLD ein abwechslungsreiches, musikalisch erwachsenes und qualitativ wie inhaltlich sehr ansprechendes Album mit hitverdächtigen Melodien und einer Botschaft an den Zuhörer, die noch lange nach dem Verklingen des letzten Stücks im Gehörgang weiterklingelt: Go for GOLD.

Interview auf sound7.de Dezember 2006

Euer neues Album heißt kurz und knapp GOLD. Reden ist sprichwörtlich Silber, Schweigen GOLD. Dafür ist das Album aber recht laut geworden, oder?
Bia: Eine CD angefüllt mit 45 Minuten Schweigen wäre dann doch ein recht gewagtes Albumkonzept. An das Sprichwort hatten wir eigentlich weniger gedacht, auch nicht an den Klumpen GOLD, die GOLDmedaille oder ein Königskrönchen. Eher an einen Zustand, eine Stimmung, ein Lebensgefühl. Wenn ich Gott nahe bin, ist das, als würde die Abendsonne ins Zimmer scheinen und den Raum mit warmem GOLDenen Licht fluten. So gesehen also auch eine eher stille und ehrfurchtsvolle Situation. Aber die Freude über Gottes Nähe kann sich ganz unterschiedlich äußern – in diesem Fall passiert dies eher ein wenig lauter.
In vielen Punkten, beispielsweise was die in den Texten verhandelten Themen angeht, ist das Album nicht viel anders als der Vorgänger "bei dir", trotzdem geht es mehr nach vorne, rockt irgendwie mehr, ohne aufgesetzt zu wirken. Seid ihr jünger geworden?
Bia: Seit "bei dir" sind wir ziemlich genau drei Jahre älter geworden... Wir hatten einfach schon lange wieder große Lust auf neue gut gelaunte und fröhliche Songs. Die Texte wurden mit viel Lebensfreude geschrieben. Und da sollten die Melodien nicht nachstehen. Wenn sich das jung und frisch anhört, ist das eine gute Sache. So haben wir uns das gedacht!
Mal ganz konkret: Was bringt dich, Toby, dazu, gefühlvolle Pickings gegen rotzige Punkrock-Chords zu tauschen?
Toby: Naja, das liegt wohl an dem schlechten Einfluss, dem ich in letzter Zeit im Studio ausgesetzt war. Ich habe ja auch schon das eine oder andere Punkrock Album in diesem Jahr produziert. Aber mal im ernst, ich mag härtere Gitarren-Mucke. Mein neues Lieblingsalbum ist "Billy Talent II", einer meiner all time favorite bands ist "Jimmy Eat World". Jeder Song und auch jedes Album hat eben seinen eigenen Charakter. Mein job bei "ARARAT" ist, den Song an der Gitarre so umzusetzen, wie er am besten rüberkommt. Und was ist schon der Unterschied zwischen Picking und Punkrock? Fängt doch beides mit "P" an!
Als ich das Album zum ersten Mal gehört hab, hat es mich an der ein oder anderen Stelle an "Silbermond" erinnert. Geht es auch beim Hören eurer Platte genauso?
bia: Ich kenne "Silbermond" nur mit ruhigen sehr traurigen und melancholischen Songs. GOLD sprüht vor Lebensfreude. Ich kann das beides nicht zusammenbringen.
Schwimmt ihr auf der perfekten Welle für deutschsprachige Musik?
Bia: Wir machen seit elf Jahren in dieser Besetzung Musik mit deutschen Texten. Wenn es jetzt einen Trend zu deutschsprachiger Musik gibt: wunderbar. Mir geht das Herz auf, wenn ich in meiner Sprache singen kann. Kein englischer Song kann mich so tief berühren, wie dies so manches deutsche Lied getan hat. Wenn die perfekte deutsche Welle wieder verschwindet, werden wir weiterhin deutsch singen. Das hat bei uns nichts mit einem Trend oder einem Verkaufsargument zu tun, das ist eine Herzenssache.
Die Texte sind wieder alle auf deutsch und alle aus deiner Feder, Bia. Mal ehrlich, woher nimmst du immer wieder die Ideen?
Bia: Mir kommen immer wieder einzelne Zeilen oder Begriffe in den Sinn, die ich dann aufschreibe: Tanzen, nicht taumeln – oder: Vergebung ist Teil jeder Beziehung. Manchmal inspiriert mich irgendetwas, das ich sehe oder lese. Zum Beispiel habe ich ein Gedicht aus dem 19. Jahrhundert gelesen, in dem der Autor einen GOLDenen Herbst beschreibt. Sofort hatte ich den Gedanken, dass ich mir so Gottes Nähe vorstelle. Oder ein Linoldruck aus meiner Kindheit zeigt ein Kind, das sich an die Hand Gottes schmiegt: die Idee zu "Sicher und geborgen". Wenn der Kerngedanke erst einmal steht, fügt sich eines zum anderen.
Fast alle Texte sind doch sehr zuversichtlich, sehr positiv. Ist bei euch einfach alles GOLD was glänzt und stirbt die Hoffnung zuletzt?
Bia: Wir haben allen Grund zuversichtlich nach vorne zu sehen. In schwierigen Zeiten konnten wir immer wieder erleben, dass Gott uns nicht alleine lässt. Unsere positive Sicht ist kein Zweckoptimismus; letztlich entsteht sie aus dem Glauben heraus, dass Gott sein Versprechen einhält, dass denen, die ihn lieben, alle Dinge zum Besten dienen.
Ist es das, was das neue Album so einzigartig macht?
Bia: Ob ein Album für jemanden zu etwas einzigartigem wird, ist immer eine ganz persönliche Sache. Wir wünschen uns natürlich, dass das bei vielen geschieht. Für mich ist GOLD auf jeden Fall etwas ganz besonderes. Die Rückmeldungen von den Leuten, die GOLD schon gehört haben, waren super positiv. Das freut uns natürlich total!
Ihr seid jetzt schon jahrzehntelang im Geschäft. So richtig reich geworden seid ihr damit noch nicht, oder habt ihr Yachten an der Cote d´Azur? Was motiviert euch für eure Arbeit?
Bia: Wir machen so gerne Musik. Wir mögen uns. Und wir sind dankbar und immer auch ein klein wenig beschämt, wenn nach einem Konzert jemand herkommt und erzählt, dass sein Leben, sein Glaube, seine Krise eine Wende nahm, als er ein bestimmtes Lied von uns gehört hat. Das zeigt uns immer wieder, dass Gott auch aus dem Kleinsten etwas Großes machen kann. Die Begeisterung darüber ist wohl der Grund, dass wir nach all den Jahren noch immer gerne auf der Bühne stehen.
Ich habe von irgendwoher läuten gehört, dass es nicht unwahrscheinlich ist, mit dem neuen Album tatsächlich GOLDstatus zu erlangen, die Vorgängeralben mit eingerechnet. Stimmt das?
Bia: Für wie viele verkaufte Platten gibt es GOLD? 100.000? Das ist eine Menge Holz. Da müssen wir noch einige GOLDalben verkaufen. Aber Weihnachten steht ja vor der Tür! Wenn nur 20.000 Leute jeweils fünf CDs verschenken, wäre es geschafft *grinst*. Nein, wir freuen uns über jede einzelne verkaufte Platte, weil es etwas Besonderes für uns ist, dass Menschen daheim in ihrem ganz alltäglichen Leben unsere Lieder hören und singen.
Als ich vor kurzem mit meiner Freundin auf einem Konzert von euch war, hat sie danach gemeint: "Das ist die sympathischste Band, die seit langem gehen hab." Ist das Programm oder seid ihr einfach Sympathieträger, Identifikationsfiguren?
Bia: Ich glaube, wir sind einfach die Normalos von um die Ecke. Wir nehmen uns selbst nicht ganz so wichtig und versuchen auch nicht die coolen Musiker rauszuhängen. Wir haben wirklich großen Spaß auf der Bühne. Und lieben es, mit dem Publikum eine gute Zeit zu haben. Und natürlich SIND wir einfach wahnsinnig liebenswert. *lacht*
Mal unter uns, Hanse, beim letzten Konzert habe ich beobachtet, wie du an der ein oder anderen Stelle ein breites Grinsen nicht unterdrücken konntest. Erklärung, bitte!
Hanse: Ich weiß jetzt natürlich nicht, welche Situation du meinst. Aber wir haben auf der Bühne meistens ziemlich viel Spaß und Grund zum Lachen. Kann also durchaus sein, dass ich mich einfach nur gefreut habe. Weißt du, ich bin ein positiv denkender Mensch! Aber ich gebe zu, es könnte auch sein, dass irgendjemand von uns – und da schließe ich mich ein – irgendwie falsch gespielt oder einen falschen Text gesungen hat. Und da möchte ich mir lieber angewöhnen zu grinsen, als mich zu ärgern. Wir sind da nicht perfekt auf der Bühne, aber dazu können wir stehen.
Inwiefern seid ihr, wie es in einem euer Tracks heißt, echte Sieger?
Bia: Ich bin Christen begegnet, in deren Gegenwart ich immerzu ein schlechtes Gewissen hatte. Und das Gefühl "Du bist nicht gut genug, Gott würde dein Handeln so sicher nicht gutheißen". Früher habe ich mich einschüchtern lassen, heute weiß ich, niemand muss klein gemacht werden, damit Gott größer raus kommt. Er ist der Sieger. Unumstößlich. Und darum bin ich es auch.
Siegerbands scheint es im Moment wenig zu geben. Es wird immer viel von Potenzial gesprochen, aber gute christliche Nachwuchsbands sind dünn gesät. Woran liegt das?
Bia: Es gibt sie schon, die guten Nachwuchsbands mit viel Potenzial. Aber unsere Zeit der Superlativen hat ihre Tücken: früher war zwar nicht alles besser, aber man hat viel freudiger auch kleine Konzerte organisiert, Teestubenabende, mit wenig Eintritt und ohne Haupt- und Neben- und Interviewbühne. Der Trend heute geht zu großen Festivals und da werden unerfahrene Bands nicht gerne eingeladen. Es gibt heute sicher weniger risikobereite Veranstalter und nicht zuletzt auch weniger Publikum, das kleine Konzerte besucht.
Könnt ihr aufstrebenden Bands Tipps geben, wie man erfolgreich arbeiten kann?
Bia: Viel proben, gute Songs schreiben, auf Workshops gehen, sich Referenten holen, sich kritisieren lassen und realistisch einschätzen und trotzdem das Ziel nicht aus den Augen verlieren. Und dann: nicht gleich groß rauskommen wollen. Kleine Auftritte spielen, einen Jugendabend oder ein Gemeindefest. Dadurch ergibt sich oft etwas Neues. Und: sich den Rücken stärken lassen von der Gemeinde, den Freunden und nicht zuletzt von Gott.
Im Opener eurer Platte heißt es im Refrain "das ist noch lange nicht das Ende, es fängt gerade eben an". Wie geht es weiter mit ARARAT, was ist geplant, wie sieht die Zukunft aus?
Bia: Zunächst ist das primäre Ziel, dass GOLD gehört und gespielt und gesungen wird! Alles Weitere muss man auf sich zukommen lassen. Wir freuen uns jedenfalls sehr auf alles, was kommt.